Brüchiges

.




Brüchiges


November verspricht sich
vage wie immer
über die Zinnen der Tannen
streifen Tag und Nacht Kraniche
nach Südsüdwest -  ihr Reisegesang
schneidet mir das Herz
in Nebelstreifen - kalt und grau
die Wurzeln wollen nicht mehr
halten im brüchigen Wort 
wenn jetzt das Licht noch geht
wer streicht dann mit zärtlicher Hand
über die Sprünge der Zeit
webt das Netz zwischen
dir und mir

sag mir wer – wenn nicht wir








veredit©isabella.kramer 2014










.

/Herbstgedanken/

.








wir haben die Meere gewendet


den rollenden Wogen 
die Stirn geboten
mit den Möwen geschrien 
und auf Klippen geschwiegen
die Zuflucht verlassen 
und wären so gern geblieben


auf den höchsten Bergen 
Träume dem Wind übergeben
in der kindlichen Hoffnung
auf ein späteres Leben

  
unsere Wege verloren 
und uns wiedergefunden
und der Angst abgeschworen 


das alles einst endet 






veredit©isabella.kramer14




.

Hingemalt

.



Wähle Farben der Liebe und male sie
...
- Hermann Hesse 



dies ist ein Tag, wie hingemalt
schon in der Früh die Nebelfelder
das Licht nur Ahnung 
Schweigen, Stille
ein Hauch von Farbe - roter, gelber 


und erst der Sonne Sieg 
Goldfäden schweben 
gleich Melodien zart gewebt
von herbstverliebten Spinnenfrauen
Magie, unsagbar sanft vom Wind bewegt


sie ihre ganze Kraft entfaltet
ein Strahlen, Lächeln, sich Verstehen
ich schau dich an und kenn die Antwort
ein Glück für die, die Glück noch sehn









veredit©isabella.kramer 





.












grau ist meer als eine farbe

.



















/grau ist meer als eine farbe/


unser herbst hat die stille
über die strände gebreitet
tief zieht sich der himmel
wolkengrau in die stirn


wogen branden, drohen schon
mit winterlichen gebärden
und auch der wind 
ist bestimmt kein kinderspiel


doch ist es genau das
was wir lieben
gemeinsam
gegen den wind


die klammen finger
verschränkt dazwischen
schabt die kleine muschel
mal an dir - mal an mir 










veredit©isabella.kramer14











.

was folgt

.




was folgt


so ging er wieder vor der Zeit
nichts konnte ihn mehr halten
schnurgerade südwärts 
im Gefolge
die gefiederten Wanderer 
noch ein nachlässiges Gold 
an Wolkenränder und Blätter
die Augen schon im Azur der Meere 
hinter den Bergen verloren 
und nicht ein Gedanke
was bleibt ohne Licht


was weiß er schon - 


vom herrlichen Schweigen
der Nebel über der Heide
vom rotgoldenen Schattenwurf 
über menschenleeren Stränden 
vom friedvollen Verstummen
wie es nur der Herbst bringt
und was dann folgt 


vom Leuchten der Stille
in mir




veredit©isabella.kramer14






.

LinkWithin

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...